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Kapitel 01 – 06

Vom Tellerwäscher für 430 € zum Handel in Millionenhöhe.

Ich bin Jeremia Rall. Das hier ist meine Geschichte – ohne Abkürzung, ohne Glücksgriff, mit allen Fehlern dazwischen.

01 — Herkunft

Ich bin in Bayern bei meiner alleinerziehenden Mutter mit meiner großen Schwester aufgewachsen. Kein großes Haus, keine teuren Autos, nie die neuesten Klamotten.

Als mein Fahrrad geklaut wurde – das, mit dem ich jeden Tag zur Schule gefahren bin – konnte meine Mutter kein neues kaufen. Ein Freund feierte zur gleichen Zeit Poolpartys, in der Einfahrt stand ein Porsche. In dem Moment habe ich zum ersten Mal richtig verstanden, wie knapp das Geld bei uns war.

Jeremia Rall als Kind
Bayern, Kindheit

02 — Das Loch

Mein Ziel war Fußball: gescoutet werden, Profi werden. Mit 13, 14 war klar, dass daraus nichts wird – keine gute Mannschaft, keine Aussicht.

Danach kamen die verlorenen Jahre: falsche Leute, jedes Wochenende Alkohol, keine Ziele, keine Struktur. Ein Lehrer hat mich vor der ganzen Klasse bloßgestellt – aus mir werde nie etwas. Er hatte nicht recht, aber er hatte einen Punkt getroffen.

03 — Disziplin

Während Corona habe ich das Gym für mich entdeckt. Zum ersten Mal echte Selbstdisziplin: Alkohol wurde unwichtig, die Freundesgruppe hat sich komplett gedreht.

Meine Lehre daraus: Es ist nie zu spät. Eine einzige richtige Entscheidung kann Jahre an falschen Wegen ausbessern.

Jeremia Rall im Fitnessstudio
Die erste echte Disziplin

04 — Festgefahren

Ich habe angefangen zu arbeiten, um Essen, Supplements und Rechnungen zu zahlen: Post, Cafés, Strandbad – und Tellerwäscher für 430 € im Monat.

Ich habe 150 % gegeben und war Mitte des Monats trotzdem bei null. Meine Disziplin war nie das Problem. Ich habe sie nur am falschen Hebel verbrannt.

2024 habe ich in der Arbeit meine heutige Frau kennengelernt. Sie ist persischer Herkunft: entweder von Anfang an heiraten – wofür ich Geld brauchte – oder wir würden uns nie näher kennenlernen. Mein Kontostand hat mich davon abgehalten, meiner Liebe nachzugehen. Also habe ich noch am selben Tag angefangen.

Jeremia Rall und seine Frau zeigen ihre Ringe
Der Grund, warum es losging

05 — Der Umweg

Das E-Commerce-Coaching kostete 7.000 €, die ich nicht hatte. Mit drei Lohnabrechnungen wurde ich bei der Bank erst ausgelacht, mehrere Institute haben abgelehnt. Ein Tochterunternehmen hat schließlich finanziert – ab da gab es kein Zurück.

Monatelang lief nichts: Videos mit 10 bis 50 Aufrufen, kein Cent zurück. Dann ein virales Produkt und die ersten Bestellungen. Gute Umsätze – aber standortgebunden. Kein Urlaub, kein Setup dabei. Genau das, was ich eigentlich nicht wollte.

06 — Trading

Ein Video und ein dreistündiger Kurs haben mir gezeigt: Man braucht keine 10.000 € Startkapital. Man kann mit Rückenwind handeln und muss nur den Skill lernen. Genau dieser Irrglaube hatte mich jahrelang zurückgehalten.

Vier Monate Demo-Account: von früh bis spät üben, verlieren, nicht verstehen, warum. Ein Coach mit Geld, das ich nicht hatte – und dafür Aufzeichnungen von Gruppensessions, nie ein 1:1-Call. Der erste bestandene Phase-1-Account fühlte sich an wie Multimillionär, am nächsten Tag war er weg: Overtrading, Stophunt. Drei Wochen alles richtig, in zwei Tagen alles verloren.

Mit 20 kam der Durchbruch: richtige Strategie, sauberes Risikomanagement, genug Erfahrung. Prüfungen konstant bestanden, Accounts hochskaliert. Was mich rausgeholt hat, war nicht mehr Fleiß – es war Disziplin.

AMG C63 von Jeremia Rall
Mit 20, in Cash

Meine Fehler

  • — Setups zu früh geschlossen, obwohl sie im Profit liefen.
  • — Stoploss gemoved und ausgestoppt worden, obwohl der ursprüngliche gehalten hätte.
  • — Teilprofite genommen statt vollem Take-Profit.
  • — Zu viel getradet und schlechte Setups mitgenommen.
  • — Zu hohes Risiko, zu viele Positionen, News übersehen.

Heute

Ich handle in Millionenhöhe, verteilt auf mehrere Firmen. Rund 3 % im Monat reichen für eine Auszahlung von 30.000 € – dafür brauche ich 1 bis 3 saubere Trades pro Woche. Drei Monate Bali mit meiner Frau, die Autorechnung meiner Mutter übernommen.

Als Head Coach am Institut für Trading habe ich das Trading-Stipendium so aufgebaut, wie ich es mir damals selbst gewünscht hätte: mit echter 1:1-Begleitung. Der schwerste Schritt ist nicht, reich zu werden. Der schwerste Schritt ist anzufangen.